Die Henrichshütte in Hattingen wurde in der Annahme gegründet, in unmittelbarer Nähe sowohl über Kohle, als auch über Erzlagerstätten zu verfügen. Die Hoffnung trog - kaum eine Hütte imn Ruhrgebiet hatte letztlich einen ungünstigeren Standort. Trotzdem blieben die Hochöfen bis in die 80er Jahre in Betrieb. Die im Jahre 1989 aufgenommenen Fotos zeigen die sich darauf folgende Situation: Die Hochöfen sind längst ausgeblasen, das Roheisen für das Stahlwerk wird in Torpedopfannenwagen aus Duisburg per Schiene angeliefert. Den Verschub im Werk erledigen sowohl die klassischen Henschel-Stangenloks, wie auch deren moderne ferngesteuerte Nachfolger, aufgrund ihres Regendachs vor dem Führerstand respektlos auch "Pommesbude" genannt. Nach langem Arbeitskampf war schließlich auch die Stahlproduktion abgeworfen worden, bis bei unserem Besuch im Juli 2002 das Ende des Restbetriebs absehbar war. Zuletzt arbeitete noch die Schmiede. Das eigentlich denkmalwürdige Stahlwerk mit der ältesten erhaltenen Stranggußanlage Deutschlands wurde schließlich 2003 in einem "identitätsstiftenden Abbruch" beseitigt. Heute existieren nur noch einer der Hochöfen und einige Hallen.

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